Nach der Sage, die Virgil in der Äneis erzählt, gründete der trojanische Held Antenor, nachdem er nach seiner Flucht aus dem brennenden Troja an der Küste der Adria angelegt hatte, um 1183-1185 vor Chri- stus, Padua.
Die archäoJogischen Funde, die man im Stadtzentrum vor der Universität ausgegraben hat, belegen, daß erste Ansiedlungen auf dem Gebiet des heutigen Padua 'auf das 11.-10. Jahrhundert vor Christus zuruckgehen. Hier verlief tatsächlich eine Schleife des Flusses Brenta, des antiken Medoacus, bevor er sich verzweigt und in der Lagune Venedig ins Meer mündet.
In diesem Zeitraum, um das 8. bis 7 Jahrhundert, begannen sich die ersten Familien, die Vorfahren der Paduaner anzusiedeln, die Urvenezianer, deren Kultur sich in der Folgezeit an den beiden Ufern des Brenta verbreitete. So entstand,ein erstes städtisches Zentrum mit eigenen Kult- und Begräbnisstellen. Dies waren die "Venezianer", die 302 v.Chr. den Spartanerkönig Cleonimos vertrieben, der dort zu jener Zeit einige Dörfer plünderte (T. Livius).
Nach und nach, mit der Invasion der Gallier, verbündeten sich die Venezianer im 2, Jahrhundert vor Christus mit Rom (Polybios), und sie wandten sich immer an Rom, wenn sie innere Zwistigkeiten hatten (T. Livius).
Der "Romanisierungsprozeß" ging langsam und friedlich vor sich. Die Venezianer wurden zuerst "Bundesgenossen" Roms, also wurde ihnen das Bundesgenossenrecht erteilt und schließlich das Römische Bürgerrecht. In dieser schon vollständig romanisierten Stadt wurde 59. v. Chr .Titus Livius geboren, und im Jahre 49 v.Chr .wurde Patavium römisches "municipium'. Das aktuelle Stadtbild wurde schon in jener Zeit geprägt: das Forum im Bereich der heutigen Plätze, der Hafen am Fluß, wo sich die Universität erhebt, alle Brücken, die noch heute vorhanden sind, wenn auch eingegraben, und, außerhalb der Stadtmauer, die Arena im Norden und das Theater im süden, wo sich der Pratb della Valle befindet. Als Zentrum von Handel und Wandel zu Wasser und zu Lande, war es im ganzen Römischen Reich berühmt für seine Handelskraft und die Wollproduktion. Die Gegend ist nach der Aufteilung in Zenturien strukturiert, vor allem im Norden in Richtung Castelfranco und im Süden in Richtung Piove di Sacco. Die ersten Jahrhunderte des christlichen Zeitalters verliefen relativ ruhig, so konnte sich das Christentum unterBischof Prosdocimus verbreiten, der zusammen mit S.Giustina, einer Märtyrerin unter Kaiser Maximilian, einer der SchutzheililZen der Stadt wurde.