Geschichte Padua

Die Zeit der Stadtherrschaft und der Herrschaft der Carraresi
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Die Zeit der Stadtherrschaft und der Herrschaft der Carraresi

In dieser Zeit bildet sich langsam die Stadtherrschaft heraus. Zuerst werden jährlich Ratsherren gewählt und ab 1175 ein Bürgermeister: nun kommt es zu einem Bruch durch die Herrschaft von Ezzelino III. da Romano, der im Auftrag Friedrichs II. handelt: eine historische Persönlichkeit, dessen Bild die zeitgenÖssische Geschichtsschreibung, der man nicht immer unbedingt Glauben schenken darf, mit den finstersten Farben malt. Er sorgt jedoch relativ gut für die Erhaltung der Stadt; vor allem läßt er die Stadtmauer ausbessern. Nach dem Tode Friedrichs 11., der Niederlage und dem Tod Ezzelinos im Jahre 1259 erlebt die Stadt Padua eine weitere Blütezeit, in der es ihr gelingt, ihren eigenen Herrschaftsbereich von Rovigo bis Vicenza und Bassano auszudehnen, während die Stadt selbst über die Stadtmauern des 12. Jahrhunderts hinauswächst. Die Universität, die im Jahre 1222 gegründet wird, genießt internationales Ansehen und die Kultur Paduas kann sich bekannter Namen wie Albertino Mussato, Pietro d' Abano und Marsilio rühmen; so wird diese Zeit auch später der paduanische "Frühhumanismus" genannt. In der Stadt arbeiten Giotto, Giusto de' Menabuoi, Guariento und Altichiero; der Palazzo della Ragione wird wiederaufgebaut und die Kathedrale des HI.Antonius fertiggestellt. Die Ausdehnung der Macht Paduas in Richtung Venetien bringt jedoch auch kriegerische Auseinandersetzungen mit der Herrschaft der Scaligeri mit sich und eine Reihe von inneren Zwistigkeiten, denen man dadurch versucht entgegenzutreten, indem man die Macht in die Hände einer einzigen Person gibt: damit beginnt die Herrschaft der Carraresi, die einem gesellschaftlichen Rückschritt gleichkommt, denn eine begrenzte Oligarchie, die eng mit der Familie Carraresi verbunden ist, herrscht über die anderen. Die Stadt wächst jedoch weiter; die Stadtmauer wird geschlossen und durch ein bogenförmiges Verbindungsstück an den neuen Palast der herrschenden Familie angeschlossen. Die Zeit der größten Üppigkeit erlebt Padua unter Francesco Carraresi, dem Älteren: der Machtbereich wird bis Belluno und Treviso ausgedehnt, die Wollmanufaktur weiter ausgebaut und am herrschaftlichen Hof verkehrt Francesco Petrarca. Diese Expansionspolitik wird jedoch in Venedig nicht gern gesehen, dort hai man Angst davor, einen starken autonomen Staat im Rücken zu haben: die daraus entstehenden Kriege en. den mit der Einnahme der Stadt und venezianischer Herrschaft über Padua, die vier Jahrhunderte, bis zum Jahre 1797, dauerte.